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Der Kampf um Bannalp

Eine Zerreissprobe für den Kanton Nidwalden

Mit Parolen wie «Dem Nidwaldner Volk seine eigeneEnergieversorgung» wurde zu Beginn der 1930er-Jahreder Ruf nach einer eigenen Energieversorgung laut. DerGrund für diesen Energie-Aufstand im Kanton Nidwaldenlieferte das Elektrizitätswerk Luzern-Engelberg AG (EWLE AG), dessen Hauptaktionärin mit einem Anteilvon 90 Prozent der Aktien die Stadt Luzern war.

Der Strom für das Luzerner Elektrizitätswerk wurde nur wenige Meter neben der Nidwaldner Grenze im Kraftwerk Obermatt bei Grafenort produziert. Streitpunkt zwischen der Luzerner Kraftwerkbetreiberin und dem Kanton Nidwalden waren die Tarif- und Konzessionsverhandlungen.

Trotz mehrmaligen Versuchen – eine befriedigende Lösung, geschweige denn eine Einigung war in weite Ferne gerückt. Verständlich, dass unter diesem Hintergrund der Ruf nach einem eigenen Kraftwerk immer lauter wurde.

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Im Jahre 1931 zogen der in Stans geborene Geistliche Konstantin Vokinger (1888–1965), der Stanser Remigi Joller (1891–1960), sowie Landrat Werner Christen (1895–1969) aus Wolfenschiessen und der in Luzern wohnende Ingenieur Wilhelm Flury (1879 –1964) eine für damalige Verhältnisse noch nie gesehene populistische Kampagne auf.

Nidwalden war in der Folge in zwei Lager geteilt – Pro Bannalp und Contra Bannalp. Der Kampf um die eigene Energieversorgung wurde mit harten Bandagen gekämpft. Das Initiativkomitee sah sich einer schier übermächtigen Gegnerschaft gegenüber. An der Landsgemeinde vom 29. April 1934 kam es zum grossen Kräftemessen.

Gegen den Widerstand der politischen und wirtschaftlichen Führung des Kantons gewann das Projekt der Energie-Eigenversorgung mit dem Bannalpwerk die Zustimmung des Volkes. Die Landsgemeinde von 1934 kam einem grossen Erdbeben gleich und war ein Sieg auf der ganzen Linie für die «Bannalper». Nur zwei der elf Regierungsräte blieben im Amt. Neun wurden neu gewählt. Zu ihnen gehörten auch die beiden Initianten Remigi Joller und Werner Christen.

Der Kampf um Bannalp war aber nur scheinbar gewonnen. Schon Ende 1934 trat Mitinitiant Konstatin Vokingeraus der Baukommission aus, da es interne Unstimmigkeiten gab. Und auch die beiden anderen Initianten Joller und Christen hatten in der Folge das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne. Dennoch schaen sie es, dass das Bannalpwerk 1937 seinen Betrieb aufnehmen konnte. Dank der Ausnützung der damals schlechten Wirtschaftslage gelang es, die veranschlagten Baukosten um 13 Prozent zu unterschreiten. Der Kampf um Bannalp war damals eine echte Zerreissprobe für den Kanton Nidwalden, die noch lange nachhallte. Allen damaligen Prophezeitungen zum Trotze: Dass Bannalpwerk entwickelte sich zum erfolgreichen Unternehmen und sorgt seither für die Stromversorgung von Nidwalden.

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